Wolfstrapp ist eine Pflanze, bei der sich ein zweiter Blick durchaus lohnt. Auf den ersten Blick wirkt diese Pflanze ziemlich unscheinbar, sie hat aber ihren Charme, sieht man genauer hin. Die gleichmäßig kreuzgegenständigen Blätter, die purpurn getupften Blüten und der tiefschwarze Viererverband der Früchte am Grunde des tiefen Blütenkelches sind zwar klein bis winzig, bei genauem Hinsehen aber bildhübsch. Wolfstrapp bevorzugt gut wasserversorgte bis sumpfige Wuchsplätze.
In älteren Kräuterbucher heißt es etwas vage: in der Volksmedizin bei Nervosität verwendet und als einer der Inhaltsstoffe wird ein unerforschte Bitterstoff erwähnt.
Nun, mittlerweile hat sich die Forschung intensiv mit der Pflanze befasst und festgestellt, dass sie eine Heilpflanze mit sehr interessanten Eigenschaften ist. Die Inhaltstoffe der Pflanze reduzieren den Jodtransport zur Schilddrüse und mindern damit die Ausschüttung der Schilddrüsenhormone. Außerdem ist Wolfstrapp ein ausgesprochenes Frauenkraut: PMS, Spannungsgefühle in der Brust und Wechseljahrsbeschwerden wie Schwitzen, Herzrasen und Reizbarkeit deutlich gemildert. In der chinesischen Medizin weiß man schon lange, was die pharmazeutische Forschung jetzt ergeben hat. In China wurde Wolfstrapp schon vor zweitausend Jahren bei Menstruationsschmerzen, Verletzungen und Harninkontinenz gegeben.

