Knoblauchsrauke

Nicht nur Bärlauch hat ein wunderbares Knoblauch-Aroma, sondern auch die Knoblauchsrauke. Im Unterschied zum anspruchsvollen Bärlauch wächst die Knoblauchsrauke an fast jedem halbschattigen Wegrand und kann den ganzen Sommer über geerntet werden. Allerdings darf die Knoblauchsrauke nicht erhitzt werden, denn dann verliert sie ihr feines Knoblaucharoma. Als Zutat zu Kräuterquark oder -butter, zu Salaten, Salatsaucen oder Frischkäse sind die jungen Blätter der Pflanze sehr schmackhaft, denn fein gehackt entwickeln sie ihr mildes Knoblaucharoma besonders gut. Auch die Blüten haben ein sehr intensives Aroma und können in der Küche verwendet werden. Später in Jahr kann man die kleinen, recht scharfen Samenkörner als Speisewürze sammeln. Im Mittelalter war die Knoblauchsrauke die Speisewürze der kleinen Leute, die sich den teuren, importierten Pfeffer nicht leisten konnten.

An Scherben von Tontöpfen aus mesolithischen Siedlungen in Holstein und Dänemark hat man Abdrücke von Pflanzenteilen der Knoblauchrauke gefunden. Sie ist damit wohl das älteste bekannte einheimische Gewürz und wurde schon um 4000 v. Chr. verwendet.

In der Volksmedizin wurde das frische Kraut als Heilmittel verwendet: äußerlich bei eiternden Wunden, Insektenstichen und bei Zahnfleischentzündung, innerlich bei Katarrhen der Atemwege.

Die Knoblauchsrauke ist eine wichtige Futterpflanze für die Raupen des wunderschönen Aurorafalters und zweier Kohlweißlingsarten.

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