Gundermann

Die kleine Pflanze ist weit verbreitet, sie kommt nicht nur an den halbschattigen Wegrändern vor, sie sind auch in Gärten und Parkanlagen häufig zu finden. Die Pflanze macht lange unter- und oberirdische Ausläufer und kann unter Hecken und an Zäunen große Flächen einnehmen. Wuchseigenschaft und Standort werden sehr hübsch in ihren regionalen Namen beschrieben: In der Eifel nennt man den Gundermann „Kräutchen unter dem Zaun“ und im plattdeutschen heißt er „Kriech-durch-den Zaun“.

Die jungen Blätter und Triebe schmecken würzig und können mit anderen Kräutern zusammen in Salat, Kräuterbutter und –quark. Sie können wie Petersilie gehackt und über Gemüse gestreut oder beim Brauen als Bierwürze verwendet werden. Gundermann enthält einen Bitterstoff, der für Menschen ungefährlich ist, bei Pferden aber tödliche Vergiftungen auslösen kann.

Früher wurde Gundermann auch als Heilpflanze geschätzt und wurde äußerlich bei schlecht heilenden Wunden und innerlich bei Verdauungsstörungen genutzt. Hildegard von Bingen beschrieb Gundermann als Heilmittel bei Kopf- und Ohrenschmerzen.

Eine große Rolle spielte Gundermann im Aberglauben. Die kleine Pflanze sollte „hellsichtig“ machen; hatte man sie dabei, konnte man alle Hexen im Dorf erkennen – wenn es doch nur so einfach wäre!

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