Rotbuche

Buchen finden in der Küche nicht nur als Sitzmöbel oder Nudelholz Verwendung. Die kleinen dreieckigen Früchte, die Bucheckern, schmecken nussartig lecker. Roh und in großen Mengen verzehrt können sie zu Durchfall führen. Durch Rösten werden ihre unbekömmlichen Inhaltsstoffe zerstört und der Geschmack noch verbessert. Außerdem lassen sich die Nüsschen dann leichter aus den Schalen lösen. Bucheckern wurden früher vor allem in Notzeiten gesammelt, um Speiseöl daraus zu pressen. Um Öl aus Bucheckern zu gewinnen, muss man fleißig sammeln: Ungefähr einen Liter konnte man aus einem Kilogramm gewinnen; dafür mussten rund 5000 Bucheckern gesammelt werden. Die äußere Schale der Bucheckern musste zunächst in einer Graupenmühle abgeschält werden. Nach dem schälen wurden die Bucheckern in Säcke gefüllt und geschüttelt, bis sich die Haut, welche die Samen umgibt, abgelöste. Mit dem Pressrückstand, dem Ölkuchen, wurden die Schweine gefüttert. Ölmühlen gab es überall in der Region. Auf dem Gelände des Schlosses in Lemgo-Brakel steht noch eine Ölmühle, die heute Museum ist und besichtigt werden kann.

Wem die Ölgewinnung zu mühsam ist, dem sei das ganz frisch ausgetriebene Buchenlaub empfohlen. Es schmeckt etwas säuerlich und eignet sich als Salatbeigabe. Eine ungewöhnliche Spezialität ist der Blomberger Buchenblattlikör.

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